Ein Girokonto eröffnen ohne Gehaltseingang

Gehaltskonto

Unter einem Gehaltseingang im engeren Sinn sind ausschließlich eingehende Überweisungen zu verstehen, die als Lohn/Gehalt gekennzeichnet sind. Viele Banken setzen weitere Eingangszahlungen wie die Rente oder teilweise auch Privatentnahmen von Gewerbetreibenden Gehaltszahlungen gleich. Der regelmäßige Gehaltseingang stellt grundsätzlich keine zwingende Voraussetzung für den Besitz eines Girokontos dar. Einige Banken zahlen die ausgelobte Prämie für die Kontoeröffnung jedoch nur bei dessen Nutzung als Gehaltskonto aus.

Gründe für ein Girokonto ohne Gehaltseingang

Für ein Girokonto ohne Gehaltseingang sind zahlreiche Gründe denkbar:

Der Kontoinhaber bezieht kein Gehalt, sondern Einkünfte aus anderen Quellen wie BAföG oder Unterstützung aus dem Elternhaus. Das Girokonto ohne Gehaltseingang dient als Nebenkonto für Nebeneinkünfte aus dem Internet, die als freiberuflich erzielte Vergütung und nicht als Gehalt abgerechnet werden. Hierfür ist eigentlich ein Geschäftskonto vorgesehen. Bei einer überschaubaren Anzahl an monatlichen Eingangszahlungen dulden die meisten Girobanken jedoch, dass der Kunde ein privates Girokonto wie ein Geschäftskonto verwendet. Paare nutzen für jeden Partner ein eigenes Gehaltskonto und zusätzlich ein gemeinsames Haushaltskonto, auf das sie Überweisungen leisten.

Falls Kinder ein eigenes Einkommen erzielen, können diese ebenfalls einen Haushaltsbeitrag auf das entsprechende Bankkonto überweisen. Wohngemeinschaften führen ein gemeinsames WG-Konto für Gemeinschaftsausgaben. Freunde, die eine Tippgemeinschaft bilden, wickeln die Zahlungen unbar über ein Sonderkonto ab. Privat krankenversicherte Personen nutzen ein Zweitkonto für die Bezahlung von Arztrechnungen und Medikamenten sowie für die Rückerstattungen durch ihre Krankenversicherung.

Die Auflistung der genannten Gründe für ein Girokonto ohne Gehaltseingang dient als Beispielsammlung. Selbstverständlich sind neben den genannten Ursachen weitere Anlässe für die Eröffnung eines Bankkontos, auf das kein regelmäßiges Gehalt eingeht, denkbar.

Worauf ist bei einem Girokonto ohne Gehaltseingang zu achten?

Die Frage, ob ein neu eröffnetes Girokonto als Gehaltskonto oder für andere Zwecke dient, wird nicht von allen Banken gestellt. Selbst wenn der Kunde die Kontoeröffnung für den Gehaltsbezug vornimmt, erfolgt in der Regel keine Kündigung des Kontos, falls auf diesem entgegen dieser Angabe keine Gehaltszahlungen eingehen. Von Bedeutung ist der Unterschied zwischen einem Gehaltseingang und Zahlungseingängen aus anderen Gründen jedoch oftmals für die Erhebung eines Kontoführungsentgelts und für die Höhe des Dispositionskredites.

Als Grundbedingung für eine unentgeltliche Kontoführung nennen die Banken entweder keinen Mindestumsatz oder ein Mindestgehalt beziehungsweise einen Mindestzahlungseingang. Der Unterschied zwischen beiden Begriffen besteht darin, dass in die Berechnung des für ein Gratiskonto maßgeblichen Mindestgehaltes nur eingehende Zahlungen einfließen, die als Lohn/Gehalt oder einem von der Bank als gleichwertig eingestuften Zahlgrund versehen sind.

In den monatlichen Mindestgeldeingang fließen hingegen alle Beträge, die unbar auf dem Konto eingehen, ein. Wenn Bankkunden ein kostenloses Girokonto ohne Gehaltseingang eröffnen möchten, achten sie deshalb darauf, dass die gewählte Bank entweder für die unentgeltliche Kontoführung entweder keinen Mindestumsatz oder einen Mindestzahlungseingang je Monat vorschreibt. Letzterer ist selbstverständlich nur zielführend, wenn der genannte Betrag tatsächlich auf dem (zusätzlichen) Konto ohne Gehaltseingang eingeht. Notfalls lässt sich dieser Effekt bei einem Zweitkonto aber auch durch ergänzendes Hin-und-Her-Überweisen vom Hauptkonto erreichen.

Die Berechnung des Dispositionskredites erfolgt je nach Bank entweder anhand aller Zahlungseingänge oder ausschließlich anhand der Gehaltszahlungen. Für ein Girokonto ohne Gehaltseingang bevorzugen Bankkunden ein Geldinstitut, das den Verfügungsrahmen anhand aller eingehender Zahlungen berechnet